Florian Gyger Software
Menu

Um bestmögliche Funktionalität zu bieten nutzt diese Website Cookies zu den in der Datenschutzerklärung beschriebenen Zwecken. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.

Profilbild von Florian Gyger

Florian Gyger
Entwickelt Web und Mobile Apps. Inhaber von Florian Gyger Software.
14. März 2019 - 5 min Lesedauer

Google Cloud in der Schweiz - ist AWS jetzt tot?

Am 12. März 2019 kam also der erste grosse Cloud-Anbieter in die Schweiz. Zur Eröffnung des neuen Google Cloud Standorts wurde in der StageOne Eventhalle in Zürich eine Kunden- und Partnerveranstaltung durchgeführt.[1] Dabei wurde unter anderem Credit Suisse als erster Bankkunde der Plattform vorgestellt.[2] Das sind natürlich aufregende Neuigkeiten! Doch bevor wir uns anschauen welche Auswirkungen diese Geschehnisse auf AWS, Microsoft Azure und den Cloud-Markt der Schweiz haben könnten, müssen wir klären, um was es sich bei einer Public Cloud überhaupt genau handelt und welch mächtige Vorteile Serverless Computing bietet:

Illustration, auf welcher ein Schaf, beschriftet mit Google Cloud ein anderes Schaf, beschriftet mit AWS über die Schweizer Grenze kickt.

Was ist eine Public Cloud?

Den Begriff “Cloud” liest man ja seit ein paar Jahren immer wieder mal. Viele Leute sind ihr auch schon begegnet, zum Beispiel am Smartphone wo man Fotos und andere Dateien in die Cloud speichern kann. Dass sich diese Dateien danach nicht mehr auf dem eigenen Telefon sondern eben in dieser ominösen Wolke befinden, leuchtet den meisten Anwendern sicher ein. Doch was genau dahintersteckt ist für viele nicht bekannt.

Im Prinzip ist eine Cloud eine IT-Infrastruktur bestehend aus einem oder mehreren Servern. Diese können alle in einem Rechenzentrum stehen, oder sich aber auch verteilt auf der Welt befinden. Auf diesen Computern kann dann Software betrieben werden, die dem Endnutzer gewisse Funktionalitäten über das Internet zur Verfügung stellt. Das kann nun beispielsweise das Speichern von Fotos sein.[3]

Eine solche Infrastruktur kann intern beim Anbieter der Software betrieben werden. In diesem Fall spricht man dann von einer Private Cloud. Die Server können aber auch anderen Unternehmen oder auch Privatpersonen zum Mieten angeboten werden, die kein eigenes Rechenzentrum aufbauen möchten. Dabei handelt es sich dann um eine Public Cloud.[4]

Wichtig ist hierbei aber, dass es sich bei der Google Cloud Plattform nicht lediglich um ausgelagerte Rechner handelt, sondern um einen Anbieter für Serverless Anwendungen.

Was ist Serverless Computing?

Wieder so ein Buzzword. Und natürlich kommen Serverless Applikationen nicht wirklich ohne Server aus. Obwohl der Begriff also leicht irreführend wirkt, steckt viel Wahrheit dahinter, denn um Server-Hardware, Betriebssystem, Sicherheitsupdates oder sonstige Konfigurationen muss man sich als Entwickler hier nicht mehr kümmern.[5] Tatsächlich besteht das Angebot aus einer Vielzahl von einzelnen Diensten, die richtig miteinander kombiniert so ziemlich jeden Anwendungsfall abbilden können. Will man beispielsweise eine einfache, statische Website hosten, so benötigt man lediglich den “Google Cloud Storage” Dienst. Möchte man hingegen eine App mit komplexer Hintergrund-Logik realisieren, so ist auch das dank verschiedensten Services für Datenbanken, künstliche Intelligenz, Datenanalysen, usw. möglich. Dieses auf Microservices basierte Modell bietet nun diverse Vorteile, die bei einem klassischen Hosting auf einem dedizierten Server so nicht möglich sind.[6]

Vorteile von Serverless Computing

  • Kosten sparen: Bei den meisten Services bezahlt man nur wenn sie auch tatsächlich genutzt werden. So kostet eine Webanwendung in den Zeiten mit wenig Zugriffen (z.B. in der Nacht) auch weniger, als zu Spitzenzeiten (über den Mittag, nach dem Feierabend).
  • Lokale Verfügbarkeit: Da die Anbieter von Serverless in der Regel mehrere global verteilte Rechenzentren haben, kann man weltweit genutzte Anwendungen entsprechend so konfigurieren, dass die Clients jeweils auf den nächstgelegenen Standort verbinden. So sind die Antwortzeiten kurz und die Endnutzer zufrieden.
  • Belastbarkeit: Konfiguriert man die Serverless Anwendung richtig, kann diese vom Cloud-Anbieter automatisiert horizontal skaliert werden. Das bedeutet beispielsweise, dass von einem Stück Softwarecode mehrere Replikationen parallel aufgeschaltet werden, um nun ein Vielfaches von Anfragen in der gleichen Zeit verarbeiten zu können. So kann man zum Beispiel einen Ticket-Verkauf oder Newsletter-Versand mit Tausenden von Anfragen bewerkstelligen.

Es gibt natürlich noch viele weitere Vorteile und auch Nachteile von Serverless Computing. Doch wer bietet diesen Service überhaupt an? Google Cloud ist ja wohl global gesehen nicht der einzige Provider dieser Technologie.

Gefällt Ihnen der Artikel soweit?

Dann halten Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen auf dem Laufenden und teilen Sie diesen Beitrag ganz einfach mit einem Klick auf den gewünschten Button:

Die grossen globalen Cloud-Anbieter

Weltweit gibt es mehrere Anbieter von Public Clouds. Die drei bekanntesten und grössten sind wohl AWS aus dem Hause Amazon, Microsoft Azure und Google Cloud. Weitere Anbieter sind Alibaba Cloud, IBM, Oracle und einige mehr.[7]

Von diesen Anbietern ist das 2006 gegründete Unternehmen AWS (Amazon Web Services) seit Jahren der Spitzenreiter, gefolgt von Microsoft Azure. Auf Platz drei, jedoch aber noch mit merklich Rückstand, befindet sich schliesslich die Google Cloud Plattform. Bemerkenswert dabei ist aber, dass Azure der aktuell schnellst wachsende Anbieter ist.[8]

In der Schweiz sehen wir dieselben Tendenzen auf dem Cloud-Markt. Doch jetzt wo Google Cloud im März 2019 als erster Anbieter der drei grossen Plattformen einen Standort in der Schweiz eröffnet hat könnte sich dies natürlich hierzulande auch ändern...

Auswirkungen auf den Schweizer Cloud-Markt

Dass der neu eröffnete Standort des Public Cloud Anbieters Google Cloud den Markt in der Schweiz aufmischen wird, steht fest. Der gute Ruf der Schweiz punkto Sicherheit und Stabilität, sowie auch firmeninterne oder gesetzliche Regelungen, dass gewisse Daten die Schweiz nicht verlassen dürfen, untermauern diese Annahme. Wie genau die Auswirkungen hingegen sein werden ist natürlich rein spekulativ.[4]

Zu erwarten ist, dass AWS hierzulande an Marktanteilen verlieren könnte. Immerhin plant auch Microsoft bereits die Eröffnung von zwei Rechenzentren in Zürich und Genf für das Jahr 2019. Amazon stünde dann als den auch hierzulande momentan meistgenutzten Cloud-Betreiber ohne eigenen Standort innerhalb der Landesgrenzen plötzlich alleine da. Obwohl die Firma seit 2016 ein Büro in der Schweiz hat, blieb eine Ankündigung einer Schweizer AWS Region bisher aus.[4]

Interessant ist zudem, dass Google mit dem neuen Standort bewusst auch Schweizer Banken und Versicherungen ansprechen will. Gelingt dieses Vorhaben, so könnte das weitere Folgen für den hiesigen Markt haben. Setzen nämlich diese höchst sicherheitsrelevanten Industrien auf die Google Cloud, so wird das eine vertrauensfördernde Wirkung haben. Bislang noch skeptische Unternehmen könnten dadurch den Schritt in die Cloud ebenso wagen.[9]

Zusammenfassend kann man also davon ausgehen, dass der Cloud-Markt insgesamt in den kommenden Jahren in der Schweiz weiter wachsen wird - womöglich noch um einiges schneller als bisher. Ob ein merklicher Umschwung von AWS auf andere Anbieter erfolgen wird, bleibt abzuwarten. Der Druck auf die Tochterfirma von Amazon wird aber sicher steigen. Aussterben wird der auch hierzulande aktuell meistgenutzte Cloud-Provider wegen Google aber kaum.

Sie möchten mehr solche Artikel lesen?

Dann aktivieren Sie gerne mit dem folgenden Button eine Benachrichtigung per E-Mail. So verpassen Sie keine neuen Beiträge mehr zu den Themen Web- und Mobile App Entwicklung!

Titelbild von Projekt "Digitalisierung 4.0 - Schweizer KMU starten mit Apps in die Zukunft"

Digitalisierung 4.0 - Schweizer KMU starten mit Apps in die Zukunft

Verschiedene Studien zeigen, dass besonders für Schweizer KMU noch Nachholbedarf bei der Digitalisierung besteht. Wo diese bei der Transformation ansetzen und wie Web und Mobile Apps dabei eine zentrale Rolle spielen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Quellenverzeichnis

  1. Google Cloud Switzerland region celebration. Website von Google Cloud. Abgerufen am 14. März 2019.
  2. Googles Cloud Region Zürich ist gelauncht. Website von Inside-IT. Abgerufen am 14. März 2019.
  3. Cloud Computing. Wikipedia. Abgerufen am 14. März 2019.
  4. Die Schweizer Cloud-Pläne von Amazon, Google und Microsoft. Website der Handelszeitung. Abgerufen am 14. März 2019.
  5. Was ist Serverless Computing? Website des CloudComputing Insider. Abgerufen am 14. März 2019.
  6. Google Cloud Plattformübersicht. Website von Google Cloud. Abgerufen am 14. März 2019.
  7. Public-Cloud-Anbieter im Vergleich. Website der Unbelievable Machine Company. Abgerufen am 14. März 2019.
  8. Cloud Computing Trends: 2019 State of the Cloud Survey. Website von Right Scale. Abgerufen am 14. März 2019.
  9. Immer mehr Cloud-Anbieter - Das Geschäft mit der Datenwolke boomt. Website von SRF. Abgerufen am 14. März 2019.
×

Vielen Dank für Ihr Interesse an Florian Gyger Software.

Zurzeit bin ich telefonisch leider nicht erreichbar. Bitte kontaktieren Sie mich stattdessen per E-Mail oder dem Kontaktformular.

Gerne bearbeite ich Ihre Anfrage schnellstmöglich nach meiner Rückkehr am Montag, dem 22. Oktober 2018.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Freundliche Grüsse
Florian Gyger