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Florian Gyger
Entwickelt Web und Mobile Apps. Inhaber von Florian Gyger Software.
12. September 2018 - 6 min Lesedauer

400% mehr Conversions dank Progressive Web App

Es klingt unglaublich, doch die Zahlen sprechen für sich: die Progressive Web App, kurz PWA, liegt im Trend und sorgt bei diversen Unternehmen für einen Boost ihrer Conversion-Rate.

Doch was kann diese Art von App was herkömmliche Websites nicht können und handelt es sich dabei nicht bloss um einen Hype?

Features einer PWA

Google definiert die Progressive Web App als eine Anwendung im Web, die im Vergleich zu klassischen Websites aber wesentlich stabiler und schneller ist - vor allem aber fühlt sie sich wie eine echte Mobile App an und kommt auch so daher. Zusätzlich kann sie auch ohne aktive Internetverbindung genutzt werden und bietet sogar die Möglichkeit Push Notifications zu empfangen.[1]

So können Nutzer über Neuigkeiten informiert und zurück in die App bzw. auf die Website geholt werden. Folglich steigt die Nutzungsfrequenz und -dauer pro Benutzer und damit einhergehend auch die Conversion Rate.

Um dies zu bewerkstelligen, wird ein sogenannter Service Worker benötigt. Das ist ein JavaScript, welches im Hintergrund läuft. Durch das Cachen der Ressourcen für die Offline-Nutzung lädt die Anwendung beim Starten zudem extrem schnell, sobald sie einmalig auf dem Startbildschirm des Geräts gespeichert wurde. Das Hinzufügen der App zum Startbildschirm ist im Übrigen ein weiteres Feature, welches die eigentliche Web App wie eine herkömmliche Anwendung daherkommen lässt, da sie danach wie gewohnt über das Anklicken eines Icons im Menü gestartet werden kann. So muss man zur Nutzung der Applikation nicht jedesmal erst den Web Browser öffnen.

Bekannte Beispiele für bereits existierende Progressive Web Apps sind Google Maps, Twitter, Instagram, Uber oder auch Pinterest. Zum Ausprobieren einfach mal mit einem aktuellen Android Gerät oder iPhone die entsprechende Website aufrufen und diese dann auf dem Startbildschirm speichern.

Obwohl es schon sehr elegant ist eine Webanwendung wie eine Native App aussehen zu lassen und zudem von den schnellen Ladezeiten etc. zu profitieren gibt es noch einen weiteren Grund in eine PWA zu investieren: das ganze hat Zukunft und wird sowohl durch Google als auch Microsoft aktiv gefördert!

Relevant für Zukunft

Die Vorteile einer PWA gegenüber einfachen Web Apps / Websites kennen wir nun. Doch können sie in Zukunft vielleicht sogar Konkurrenz zu echten, nativen Apps aus dem Google Play Store bzw. Apple App Store werden?

Um dies zu klären ist es erstmal wichtig zu verstehen, dass es verschiedene Arten von Apps gibt, welche unterschiedlich entwickelt werden und somit jeweils einige Vor- und Nachteile mit sich bringen. Dabei wird nicht nur zwischen Web- und Mobile-Anwendungen unterschieden, sondern auch nach der Methode wie diese technisch aufgebaut sind.

Vergleichen wir all diese Möglichkeiten, so stellen wir fest, dass viele davon nur auf vorgegebenen Zielplattformen lauffähig sind. Genau hier punktet die Progressive Web App. Diese läuft nämlich, einmal entwickelt, auf jedem modernen Gerät, egal ob Smartphone oder PC. Punkto Funktionsumfang muss sie dagegen etwas einstecken. Speziellere Anwendungsfälle, wie beispielsweise das Einbinden des Kamera-Bilds direkt in der App, wird noch nicht auf jedem System vollständig unterstützt. Hier besteht aber die Hoffnung, dass die Browser-Hersteller in Zukunft weitere Features einbauen und die Zugriffsbeschränkungen auf Gerätefunktionen und -sensoren lockern werden.

Diese Hoffnung wird sicher auch von der steigenden Popularität der Progressive Web App getrieben. Auf Google Trends sieht man einen enormen Anstieg der weltweiten Suchanfragen zu diesem Thema seit Mitte 2016, der bis heute andauert:

Interesse des Begriffs im Zeitverlauf als Diagramm

Bild von Google Trends

Generell ist Google daran interessiert, dass PWAs weitere Bekanntheit erlangen. Das erscheint erstmal etwas paradox, denn Google hat ja bereits den Play Store, wo sie Anwendungen für mobile Geräte anbieten. Warum sollten sie also eine Technologie fördern, die genau davon wegkommt, Apps über Stores zu installieren? Das liegt daran, dass das Geschäftsmodell von Google primär im Web liegt. Da Mobile Apps direkt mit einer Server-Schnittstelle kommunizieren werden nicht die üblichen, von Google indexierbaren Wege im Netz genommen. Dabei würde der Internetgigant es vorziehen, wenn durch Progressive Web Apps wieder vermehrt Technologien wie Google Analytics oder Google Ads genutzt und die Anwendungen somit auch per Suchmaschine indexiert und gefunden würden.[2]

Auch Microsoft steht voll hinter der Entwicklung von PWAs. Das liegt unter anderem am sogenannten “App Gap”. Dieser beschreibt das Fehlen von bekannten Anwendungen im Microsoft Store und ist darauf zurückzuführen, dass Microsoft zu spät in das Geschäft mit mobilen Geräten und so auch mit Apps eingestiegen ist. Daraus entstand der Teufelskreis, dass Firmen die Kosten scheuten, für nur einen kleinen Bruchteil der Nutzer eine App separat für Microsoft programmieren zu lassen, was natürlich gleichzeitig der Grund ist, warum überhaupt so wenige Anwender die Apps aus dem Microsoft Store benutzen. Microsoft will nun vermehrt PWAs in ihrem Store anbieten. Diese sollen sogar automatisiert im Web gefunden und im Store eingetragen werden. So kann Microsoft den “App Gap” vielleicht in Zukunft schliessen und - wer weiss - möglicherweise sogar wieder ins Geschäft mit Mobiltelefonen einsteigen?[3]

Zusammenfassend kann man also sagen, dass es sich bei den Progressiven Web Apps wohl weniger um einen Hype als um eine sich anbahnende Veränderung in der Welt der Apps handelt. Zum aktuellen Zeitpunkt sollte man aber nach wie vor von Fall zu Fall beurteilen welche App Art für das bevorstehende Projekt am besten geeignet ist, zum Beispiel mit diesem Online Tool. Doch gerade für kleinere und mittlere Firmen, die ihr Angebot gerne digital und interaktiv platzieren möchten, sich dabei aber nicht gleich eine vollwertige App leisten wollen, kann dieser Weg heute schon äusserst interessant sein.

Der Ansatz kann aber nicht bloss als eine Investition in die Zukunft angesehen werden, denn schon heute berichten zahlreiche Unternehmen über ihre Erfolge mit PWAs. Die schnellen Ladezeiten und die Möglichkeit, Benutzer mittels Push Benachrichtigungen immer wieder zurück in die Anwendung zu holen steigern unter anderem die Conversion Rates und die Nutzungsfrequenz. Dies berichtet auch die indische Hotelkette Treebo:

Erfolgsstory Treebo

Treebo ist eine indische Hotelkette mit über 400 Hotels in 80 Städten. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Bangalore bietet eine Online Plattform an, über die bequem eine Übernachtungsmöglichkeit gesucht und gebucht werden kann.[4]

Bequem ist hier das Stichwort, denn bis vor einigen Monaten hätten wohl viele Anwender der Seite noch eine andere Bezeichnung für die Nutzererfahrung verwendet. Grund dafür war die Ladezeit, die durchschnittlich 6 Sekunden betrug. Das ist gerade in einem Land wo oftmals nur per 2G-Netz gesurft werden kann natürlich sehr ungünstig. Kein Wunder also, dass darunter auch die Conversion Rate litt. Immerhin springen für jede Sekunde Ladezeit rund 7% der Website-Besucher wieder ab.

Treebo entschied sich also eine neue Seite als Progressive Web App umzusetzen und dabei Veränderungen an den Nutzungszahlen akribisch zu verfolgen. Nach der Veröffentlichung zeichneten sich schon bald erste Resultate ab:

  • Die Platzierung der Seite auf Suchmaschinen verbesserte sich
  • Die Seite wurde in Suchmaschinen häufiger angeklickt
  • Insgesamt wurden mehr Käufe über organische Zugriffe abgeschlossen, also nicht über Direktlinks oder Werbeanzeigen

Zurückzuführen sind diese Zahlen sicher nicht nur, aber bestimmt auch auf die neue durchschnittliche Ladezeit der Startseite von Treebo, die auf dem PC lediglich 1 Sekunde und auf mobilen Geräten 1.5 Sekunden beträgt. Eine unglaubliche Verbesserung. Schlussendlich hat sich die Umstellung auf eine PWA für das indische Unternehmen definitiv gelohnt, denn durch die bessere Platzierung in den Suchmaschinen und die schnelle Ladezeit kann dieses heute eine Verbesserung der Conversion Rate von satten 400% verzeichnen![5][6]

Jetzt den ersten Schritt machen!

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Titelbild von Projekt "Digitalisierung 4.0 - Schweizer KMU starten mit Apps in die Zukunft"

Digitalisierung 4.0 - Schweizer KMU starten mit Apps in die Zukunft

Verschiedene Studien zeigen, dass besonders für Schweizer KMU noch Nachholbedarf bei der Digitalisierung besteht. Wo diese bei der Transformation ansetzen und wie Web und Mobile Apps dabei eine zentrale Rolle spielen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Quellenverzeichnis

  1. Progressive Web Apps. Website von Google Developers. Abgerufen am 12. September 2018.
  2. All you need to know about PWA (Progressive Web Apps). YouTube Video von Windows Central. Abgerufen am 12. September 2018.
  3. Microsoft readies Progressive Web Apps for Windows 10 and the Microsoft Store. Website von Windows Central. Abgerufen am 12. September 2018.
  4. Treebo Hotels. Website von Wikipedia. Abgerufen am 12. September 2018.
  5. Treebo's PWA - The journey and the impact so far. Blog von Treebo Hotels. Abgerufen am 12. September 2018.
  6. How Loading Time Affects Your Bottom Line. Blog von Neil Patel. Abgerufen am 12. September 2018.
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